Wir haben uns für die kollegiale Führung entschieden. Oder besser gesagt: Wir sind mittendrin. Denn so ein Wandel passiert nicht über Nacht und benötigt Austausch über wichtige Themen.
Kollegiale Führung ist die auf viele Kollegen dynamisch und dezentral verteilte Führungsarbeit – an Stelle von zentralisierter Führung durch einige exklusive Führungskräfte.
Thomas Saxer war es bei der Gründung der Treuhandfirma Wegtreu ein Anliegen, dass die Führungsverantwortung auf viele Schultern verteilt wird. Er selbst möchte kein „Flaschenhals“ sein. Ebenso ist er überzeugt, wer mitentscheiden darf, bringt mehr Freude und Motivation ins Team.
Die Skepsis war am Anfang da. Auch bei uns. «Da macht ja dann jeder, was er will», hört man oft, wenn es um neue Führungsformen geht. In der Realität passiert genau das Gegenteil: Es braucht mehr Absprachen, mehr Verantwortung, mehr Miteinander.
Wer mitreden darf, muss auch mitdenken. Und das verändert die Haltung jedes Einzelnen.
Damit das klappt, haben wir unsere internen Aufgaben auf Rollen verteilt: Finanzen, HR, IT, Marketing – jede Rolle hat ihren Zweck und ihre Verantwortlichkeiten.
Wer eine Rolle inne hat, darf entscheiden. Innerhalb der definierten finanziellen Ausgabenkompetenz. Wenige vordefinierte Entscheide brauchen den Konsent im Plenum (kein Konsens), manche Entscheidungen setzen die Absprache mit anderen Rollen voraus.
Die Rollenvergabe läuft nach Interesse und Stärke. Schlüsselpositionen wurden mittels Nominierungsverfahren zugeteilt. Die Rollen bleiben nicht starr – sie wandern, wachsen oder wechseln.
Weil nicht mehr alles durch eine Geschäftsleitung muss, treffen wir Entscheidungen schneller. Das motiviert. Es bringt Energie. Und es fördert Ideen.
Die kollegiale Führung schafft eine Kultur der Eigenverantwortung und Selbstorganisation. Wer etwas bewegen will, kann. Und soll.
Mit dieser neuen Form der Führung kamen auch neue Themen auf den Tisch. Eines davon: Feedback. Schliesslich sollen/müssen nun Wünsche und Rückmeldungen direkt kommuniziert werden und können nicht mehr beim Vorgesetzten «deponiert» werden.
In einem Workshop mit unserem Coach Daniel Sigrist haben wir uns gefragt:
Wir haben auch einen Einblick in die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) bekommen. Ein Perspektivenwechsel hilft, Handlungen meiner Kollegen besser zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden.
Inspiriert durch Beispiele aus anderen Unternehmen, die uns Daniel Siegrist vorgestellt hat, haben wir im letzten Workshop gemeinsam neue Wege für das Mitarbeitergespräch erkundet. Im wahrsten Sinne des Wortes. In Gruppen erarbeiteten wir unser eigenes Format: das „Weg-Gespräch“.
Die Grundidee: Einmal im Jahr begeben wir uns in Vierergruppen auf einen gemeinsamen Spaziergang. Diese Gruppen setzen sich bewusst aus Lernenden, Sachbearbeitenden und Mandatsleitenden zusammen – so, wie wir auch in der Praxis zusammenarbeiten: bei der Bearbeitung von Steuererklärungen, Jahresabschlüssen oder der Implementierung der passenden Abacus-Lösung. Statt im Sitzungszimmer finden die Gespräche unter freiem Himmel und in Bewegung statt – immer mit dem gleichen Ziel vor Augen, sollen Gespräche stattfinden, die uns gemeinsam weiterbringen.
Wir wollen uns austauschen über geleistete Beiträge und Ereignisse, an welchen wir wachsen und lernen konnten. Wir sagen unseren Weggefährten, was wir an ihnen schätzen und wo wir Verbesserungspotential sehen.
Der grobe Rahmen steht, die Umsetzung erfolgt im Herbst: Wir wollen Mitarbeitergespräche künftig nicht nur führen – wir wollen sie leben. Wie sich Gespräche so verändern und welche Herausforderungen dies mit sich bringt, werden wir in einem kommenden Beitrag behandeln.
Kollegiale Führung ist kein Selbstläufer. Aber wir Weggefährten für Ihre Finanzfragen rund um Treuhand fühlen uns bis jetzt sehr wohl damit und sind gespannt auf weitere spannende Workshops und unsere Umsetzung. Durch die Kollegiale Führung entsteht in unserem Team mehr Vertrauen und Offenheit. Sie fördert unsere Kreativität. Sie bringt uns Gefährten näher zusammen – als Team, das gemeinsam denkt, entscheidet und handelt. Als Gefährten, die sich treu zusammen auf den Weg machen.