Im Beitrag Kollegiale Führung haben wir darüber gesprochen, dass wir ein neues Format für die Mitarbeitergespräche geschaffen haben und dieses nun zum ersten Mal durchgeführt haben. Das klassische Mitarbeitergespräch zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem passt nicht mehr zu den Werten von WEGTREU. Wir haben keine klassische Hierarchie mehr, sondern setzen auf kollegiale Ansätze, bei denen sich die Organisation über einen offenen Austausch steuert. Wenn schon umkrempeln, dann gleich richtig. Meist finden Mitarbeitergespräche im Sitzungszimmer statt. Sie sind strukturiert, formell – und nicht selten auch wenig inspirierend. Das machen wir anders.
Ein- bis zweimal pro Jahr treffen wir uns in ausgelosten, bewusst durchmischten (Sachbearbeiter, Mandatsleiter, Lernende) Vierergruppen zu einem gemeinsamen Spaziergang. Nach einer kurzen Check-in-Runde steht bei jedem Halt (jedem „Bänkli“) jeweils eine Person im Fokus und erhält Raum für Austausch und Feedback. Der Fokus liegt nicht auf Leistungskennzahlen, sondern auf persönlicher Entwicklung, gegenseitiger Wertschätzung und konstruktivem Feedback. Das Format fördert Selbstreflexion, stärkt die Kommunikation im Team und ermöglicht Perspektiven, die in hierarchischen Gesprächsformen oft verlorengehen.
Dabei sagen wir unseren Weggefährtinnen und Weggefährten bewusst, was wir an ihnen als Person schätzen und was sie in Bezug auf die Arbeit besonders gut können. Gleichzeitig geben wir einander konstruktives Feedback zu Verbesserungspotenzialen und dazu, wie wir uns gegenseitig unterstützen können. Das alles geschieht nicht von oben nach unten, sondern auf Augenhöhe und in wechselnden Konstellationen.
Kurz gesagt: mehr Tiefe, mehr Offenheit, mehr Miteinander. Von der Vorbereitung bis zur Durchführung wurde uns deutlich, welche positiven Effekte dieses Format mit sich bringt.
Selbstverständlich bringt ein neues Format auch Herausforderungen mit sich:
Der Austausch war offen, persönlich und von echter Wertschätzung geprägt. In Bewegung und fernab des Sitzungszimmers entstanden Gespräche mit Tiefe. Es entstanden Gespräche, die Raum für Themen schufen, die sonst oft unausgesprochen bleiben. Wir haben unsere Weggefährten besser kennengelernt und den Blick nach innen geschärft.
Ja, das Format ist zeitaufwendiger und rückt fachliche Details in den Hintergrund. Doch genau darin sehen wir die Stärken: Es stärkt die Kommunikation, stellt den Menschen in den Mittelpunkt und fördert eine Feedback-Kultur, von der wir im Arbeitsalltag profitieren können.
Für uns steht fest: Das Weg-Gespräch ist kein Experiment mehr, sondern der neue Standard für unsere gemeinsame, nachhaltige Entwicklung. Eine Entwicklung, die im Dialog entsteht. Und eine Entwicklung, die manchmal ganz einfach mit einem gemeinsamen Spaziergang beginnt.